Zum Inhalt springen
ZfPNorm

Für Stahlbaubetriebe in EXC2 bis EXC4

Prüfplan-Software für die zerstörungsfreie Prüfung

Der Prüfumfang einer Naht hängt an mehreren Größen zugleich — Ausführungsklasse, Nahtart und Nahtlage, Stahlsorte, Naht- und Erzeugnisdicke. Diese Anwendung führt den Prüfplan im Projekt, nimmt die Befunde am selben Ort auf und hält die Nachweise daneben, an denen die Naht hängt.

ZfPNorm läuft auf StahlNorm.

Warum der Prüfplan in Excel altert

Ein Prüfplan ist keine Liste, sondern eine Matrix. Der Umfang je Naht folgt der Nahtart und Nahtlage und der Ausführungsklasse; über die Fußnoten der Tabelle 24 kommen Stahlsorte sowie Naht- und Erzeugnisdicke hinzu. Welches Verfahren für Werkstoff und Dicke überhaupt geeignet ist, entscheidet sich danach. Wird eine dieser Größen im Auftrag geändert, muss die ganze Spalte nachgezogen werden — in der Tabellenkalkulation macht das niemand zuverlässig.

Der zweite Bruch liegt zwischen Plan und Befund. Der Prüfbericht kommt als PDF vom Dienstleister, die Naht steht in der Excel-Liste, die Zuordnung entsteht im Kopf der Schweißaufsicht. Fragt die Bauüberwachung den Stand ab, wird beides von Hand zusammengesucht.

Die Größen, an denen der Umfang hängt

Welcher Wert sich aus einer Kombination ergibt, steht in EN 1090-2:2018+A1:2024 Tabelle 24 — diese Seite gibt die Tabelle nicht wieder.

Ausführungsklasse

EXC1 bis EXC3 werden für den Auftrag festgelegt und bestimmen den geschuldeten Umfang; für EXC4 wird er je Naht festgelegt, mindestens auf dem Niveau von EXC3.

Nahtart und Nahtlage

Stumpfnaht, Kehlnaht, Kreuzstoß und T-Stoß werden unterschiedlich behandelt — und quer zur Bauteilachse laufende Nähte anders als längs laufende.

Werkstoff und Stahlsorte

Die Stahlsorte geht über eine Fußnote der Tabelle 24 ein: Für querlaufende Stumpfnähte und teilweise durchgeschweißte Nähte in Stumpf- und Kreuzstößen gilt in EXC1 ab S420 ein eigener Satz; A1:2024 ergänzt dazu eine Regel für hochfeste Stähle.

Naht- und Erzeugnisdicke

Bei Kehlnähten staffelt die Tabelle nach Nahtdicke und der Dicke des dicksten gefügten Teils — oberhalb der Schwelle gilt ein höherer Satz.

Vier Punkte, an denen sich die Arbeit ändert

Erzeugt statt getippt

Der Prüfplan entsteht im Projekt aus Ausführungsklasse, Nahtart und Werkstoffangabe — als Überblick über die Prüfpläne je Schweißnahtgruppe und als einzelner Prüfplan je Naht. Nicht als Excel-Blatt, das jemand von Hand fortschreibt.

Geprüft statt behauptet

Die Deckungsprüfung stellt Schweißanweisung, Verfahrensprüfung und Schweißerqualifikation gegenüber und zeigt, wo eine Naht nicht gedeckt ist. Geprüft wird gegen den hinterlegten Bestand, nicht gegen eine Annahme.

Aktuell gehalten

Schweißerqualifikationen nach ISO 9606-1 führen ihren Gültigkeitszeitraum mit: die Bestätigung im 6-Monats-Takt (ISO 9606-1:2012, Abschnitt 9.2) und der Verlängerungsweg werden aus den hinterlegten Daten berechnet und als Befund angezeigt.

Griffbereit und abgabefertig

Prüfpläne, Befunde und die zugehörigen Nachweise liegen am Auftrag statt in Ordnern; die Dokumentenzentrale führt Nachweise, Berichte und die Enddokumentation des Projekts zusammen.

Die Module im Überblick

Prüfpläne für die zerstörungsfreie Prüfung

Prüfpläne je Projekt und je Naht mit dem Prüfumfang je Schweißnahtgruppe, dazu die Erfassung der Ergebnisse am jeweiligen Prüfplan. Grundlage sind EN 1090-2 §12.4 mit den Tabellen 24 und 23 sowie ISO 17635.

Prüfumfang je Naht für UT, MT, PT und RT

Die Regelverfahren Ultraschall, Magnetpulver, Eindringprüfung und Durchstrahlung werden je Naht geführt und gegen die hinterlegte Regel abgeglichen; die Sichtprüfung bleibt davon unberührt.

Projektbezogene Festlegungen mit Begründung

Weicht ein Auftrag von der Regel ab — etwa auf Verlangen der Bauüberwachung oder nach ZTV-ING —, wird die Festlegung am Projekt hinterlegt und bleibt nachvollziehbar, statt in einer Mail zu stehen.

Auftragsanforderungen vor Fertigungsbeginn

Die Anforderungsprüfung nach EN 1090-2 hält fest, was für den Auftrag gilt — Ausführungsklasse, Toleranzen, Prüfanforderungen —, bevor die erste Naht geschweißt wird.

Schweißanweisungen (WPS) nach ISO 15609-1

WPS anlegen, versionieren und freigeben. Der Freigabe-Validator prüft die Pflichtangaben je Verfahren; Gase werden über den ISO-14175-Code geführt.

Verfahrensprüfungen (WPQR) nach ISO 15614-1

WPQR erfassen — eigene wie zugekaufte — und den Geltungsbereich hinterlegen. Die Deckungsprüfung stellt WPS, WPQR und Schweißerqualifikation gegenüber.

Schweißerqualifikationen nach ISO 9606-1

Prüfbescheinigungen mit Geltungsbereich, Fristen und Verlängerungsweg — mit Überwachung der Gültigkeit statt einer Fristenspalte in Excel.

Schweißaufsicht nach ISO 14731

Personen- und Qualifikationsregister der schweißtechnischen Aufsicht mit Benennungen und Vertretung — als Nachweis, wer welche Aufgabe übernommen hat.

Werkstoffzeugnisse nach EN 10204

Zeugnisse ablegen und Charge, Position und Auftrag zuordnen — die Rückverfolgbarkeit, die EN 1090-2 §5.2 ab EXC3 verlangt.

Was die Anwendung nicht tut

  • Sie prüft keine Naht und erzeugt kein Prüfergebnis. Die Prüfung führt qualifiziertes Personal nach ISO 9712 durch; die Befunde werden erfasst und zugeordnet.
  • Sie entscheidet nicht über die Abnahme. Was ein Auftrag verlangt, legt die Ausführungsspezifikation fest; über die Annahme entscheiden Auftraggeber und Bauüberwachung.
  • Sie ersetzt keine schweißtechnische Aufsicht. Die fachliche Verantwortung nach ISO 14731 bleibt bei den benannten Personen; die Anwendung dokumentiert die Benennung.
  • Sie ist kein CAQ-System. Wareneingangsprüfung, Messmittelplanung über die ganze Fertigung und statistische Prozesslenkung gehören in ein anderes Werkzeug.

Häufige Fragen zur Prüfplanung

Was leistet eine Prüfplan-Software konkret?

Sie führt den Prüfplan dort, wo die Naht entsteht: im Projekt. Je Schweißnahtgruppe und je einzelner Naht wird der Prüfumfang hinterlegt, die Ergebnisse werden am selben Prüfplan erfasst, und die Nachweise, an denen die Naht hängt — Schweißanweisung, Verfahrensprüfung, Qualifikation des Schweißers — liegen daneben.

Wer legt den Prüfumfang fest?

Den Rahmen geben EN 1090-2:2018+A1:2024 §12.4 mit den Tabellen 24 und 23 und die Ausführungsspezifikation des Auftrags; abweichende Festlegungen — etwa im Brückenbau nach ZTV-ING oder auf Verlangen der Bauüberwachung — kommen vom Auftraggeber. Innerhalb dieses Rahmens wählt die Schweißaufsicht die Prüfverfahren aus. Die Anwendung hält fest, was für diesen Auftrag gilt und warum, und macht die Festlegung später nachvollziehbar.

Wie hängen Prüfplan, WPS, WPQR und Schweißerqualifikation zusammen?

Der Prüfplan sagt, was an einer Naht geprüft wird. Damit die Naht überhaupt regelkonform entsteht, braucht sie eine Schweißanweisung nach ISO 15609-1, die durch eine Verfahrensprüfung nach ISO 15614-1 gedeckt ist, und einen Schweißer mit passender Qualifikation nach ISO 9606-1. Die Deckungsprüfung stellt die drei gegenüber und zeigt, wo etwas fehlt.

Ersetzt die Anwendung den Prüfdienstleister?

Nein. Geprüft wird von qualifiziertem Personal nach ISO 9712; die Anwendung erzeugt keine Prüfergebnisse. Sie plant den Umfang, nimmt die Befunde samt Bericht auf und hält die Zuordnung zur Naht.

Ausführlich: Woraus der Prüfumfang nach EN 1090-2 entsteht und ZfP-Verfahren nach ISO 17635.

Einen Prüfplan am Beispiel sehen

Die Demo öffnet einen Beispielbestand mit Prüfplänen, Befunden und den zugehörigen Nachweisen — Zugang per E-Mail, ohne Zahlungsdaten.

Zugang zur Demo per E-Mail, ohne Zahlungsdaten. ZfPNorm läuft auf StahlNorm.