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ZfP-Verfahren nach ISO 17635: VT, MT, PT, UT und RT

Fünf Kürzel, die auf jedem Prüfplan im Stahlbau stehen. Dieser Beitrag ordnet ein, wofür sie stehen, welche Frage jedes Verfahren beantwortet und wonach sich die Auswahl richtet.

Oberfläche oder Volumen — das ist die erste Trennung

Zerstörungsfreie Prüfverfahren unterscheiden sich zuerst darin, wohin sie sehen. VT, MT und PT beurteilen die Oberfläche und den oberflächennahen Bereich; UT und RT machen Aussagen über das Innere der Naht. Ein Volumenverfahren ersetzt deshalb kein Oberflächenverfahren und umgekehrt — die beiden finden unterschiedliche Dinge.

ISO 17635 gibt die allgemeinen Regeln für die zerstörungsfreie Prüfung von Schweißverbindungen an metallischen Werkstoffen: welches Verfahren bei welcher Werkstoff- und Dickenkombination in Betracht kommt und welche Prüfnorm dann jeweils die Durchführung regelt.

Die fünf Verfahren

VTSichtprüfung· Oberfläche
Die Prüfung, die jeder anderen vorausgeht: Nahtform, Nahtübergang, Randkerben, Endkraterrisse, Spritzer, Kantenversatz. Sie ist kein Vorgeplänkel — ein großer Teil der Beanstandungen im Stahlbau wird hier gefunden, bevor ein Gerät zum Einsatz kommt.
MTMagnetpulverprüfung· Oberfläche
Findet Risse und Bindefehler an der Oberfläche, indem magnetisches Pulver an der Streuflussstelle haftet. Sie setzt einen ferromagnetischen Werkstoff voraus — an austenitischem Stahl oder Aluminium funktioniert sie nicht. Durchgeführt wird sie nach EN ISO 17638.
PTEindringprüfung· Oberfläche
Macht oberflächenoffene Unregelmäßigkeiten über ein eindringendes Prüfmittel sichtbar. Sie ist nicht an ferromagnetische Werkstoffe gebunden und deshalb die übliche Wahl dort, wo MT ausscheidet — findet aber nur, was zur Oberfläche hin offen ist.
UTUltraschallprüfung· Volumen
Sucht Unregelmäßigkeiten im Inneren der Naht über reflektierte Schallwellen. EN 1090-2 nennt dafür EN ISO 17640 zusammen mit EN ISO 23279 oder EN ISO 13588; welcher Anwendungsbereich gilt, steht in diesen Prüfnormen.
RTDurchstrahlungsprüfung· Volumen
Bildet das Nahtvolumen über Röntgen- oder Gammastrahlung ab und hält es als Aufnahme fest. Durchgeführt wird sie nach den Normen der Reihe EN ISO 17636; wo sie anwendbar ist, regelt diese Reihe selbst.

Ein Befund ohne Maßstab ist kein Ergebnis

Jedes Verfahren erzeugt Anzeigen. Ob eine Anzeige zulässig ist, entscheidet nicht das Gerät, sondern die vereinbarte Bewertungsgruppe nach ISO 5817 und die zugehörige Zulässigkeitsgrenze der jeweiligen Prüfnorm. Beides gehört in die Ausführungsspezifikation des Auftrags — und beides gehört in den Prüfbericht, damit der Befund später noch einzuordnen ist.

Dazu kommt die Qualifikation: Prüfungen werden von Personal durchgeführt, dessen Qualifikation für Verfahren und Stufe nachgewiesen ist, üblicherweise nach ISO 9712. Ob im eigenen Haus geprüft oder ein Dienstleister beauftragt wird, ändert an dieser Anforderung nichts.

Vom Verfahren zum Prüfplan

In der Planung steht die Verfahrensfrage nie allein: Zu jeder Naht gehört auch die Frage, in welchem Umfang geprüft wird. Dieser Umfang folgt im Stahlbau der Nahtart und Nahtlage und der Ausführungsklasse; über die Fußnoten der Tabelle 24 in EN 1090-2:2018+A1:2024 kommen Stahlsorte sowie Naht- und Erzeugnisdicke hinzu — und er ist der Grund, warum ein Prüfplan keine Liste ist, sondern eine Matrix.

Woraus der Prüfumfang nach EN 1090-2 entsteht ordnet diese Seite ein — einschließlich der Frage, wer die Festlegung trifft und wo Abweichungen herkommen.

Häufige Fragen

Wonach wird das Prüfverfahren ausgewählt?

Die Auswahl trifft im Stahlbau die Schweißaufsicht des Betriebs — EN 1090-2:2018+A1:2024 §12.4.2.3 verweist dafür auf die in §12.4.2.6 aufgeführten Verfahren, und in welchem Bereich jedes davon anwendbar ist, legt laut Norm die jeweilige Prüfnorm fest. ISO 17635 gibt dazu die allgemeinen Regeln für die zerstörungsfreie Prüfung von Schweißverbindungen an metallischen Werkstoffen. Oberflächen- und Volumenverfahren ersetzen sich dabei nicht gegenseitig — sie beantworten unterschiedliche Fragen.

Wozu dienen die Bewertungsgruppen nach ISO 5817?

Sie legen fest, welche Unregelmäßigkeit in welchem Ausmaß noch zulässig ist. Ohne eine vereinbarte Bewertungsgruppe ist ein Befund nur eine Beobachtung: Erst die Zulässigkeitsgrenze macht daraus ein Ergebnis, über das man sprechen kann. Welche Gruppe gilt, gehört in die Ausführungsspezifikation.

Welche Angaben gehören in einen Prüfbericht?

Welche Naht geprüft wurde und wann, mit welchem Verfahren und welcher Prüftechnik, gegen welche Zulässigkeitsgrenze bewertet wurde, das Ergebnis samt Lage und Art der Anzeigen, und wer geprüft hat — mit Nachweis der Qualifikation, üblicherweise nach ISO 9712. Fehlt die Zuordnung zur Naht, ist der Bericht für die Dokumentation des Auftrags nur eingeschränkt brauchbar.

Warum wird die Sichtprüfung getrennt behandelt?

Weil sie nicht an denselben Mechanismus gebunden ist wie die übrigen Verfahren: Sie geht ihnen voraus und wird nicht anteilig über eine Quote gesteuert. Der Prüfumfang, um den es in der Planung meistens geht, betrifft die Regelverfahren UT, MT, PT und RT.

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Die Demo zeigt, wie Prüfpläne, Berichte und Nachweise an derselben Naht hängen — Zugang per E-Mail, ohne Zahlungsdaten.

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